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XXXII.

 

Henry kam aus dem Krankenhaus zurück. Die Lage war ernst.
Drei weitere Personen waren überfallen worden. Auch ihnen fehlte Blut. Aber wenigstens würden sie überleben.
Nun wollte er nach seiner Patientin in seiner Praxis sehen. Sie hatte sich körperlich von dem Angriff erholt,
aber sonst machte sie ihm Sorgen. Sie lag still da.

Henry wartete, das sie endlich weinen und um ihren Mann trauern würde.
Aber da kam nichts.
Er würde etwas versuchen, auf die harte Tour, auch wenn er es ungern tat.
Wenn es half, die junge Frau aus ihrer Lethargie zu reißen, war das einen Versuch wert.
Sie mußte trauern, um weiterleben zu können.
Er hatte einige Sachen von Katta ausgeliehen, sie hatten in etwa die selbe Größe.
Die Polizei hatte ihre persönlichen Sachen noch nicht frei gegeben.

Nina, sind Sie wach?
Keine Antwort oder Regung, einzig ihre Augen waren weit aufgerissen.
Genau wie bei Niko`s Besuch. Er setzte sich an ihr Bett.

Ich will nicht lange drumherumreden: ab morgen müssen Sie das Zimmer räumen.
Körperlich sind Sie wiederhergestellt und ich kann Ihr Hiersein nicht länger vor der Krankenkasse rechtfertigen.
Außerdem sind Sie hier nicht sicher.

Aber ich fühle mich hier sicher.
war ihre leise Antwort:
und ich weiß nicht, wo ich jetzt noch sicher sein kann.
Ich kenne hier niemanden.

Können Sie nicht dahin zurück, wo Sie herkommen? Zu Ihrer Familie, an Ihre alte Schule?

Nein, ich habe keine Familie und die Schule wurde geschlossen.

Was ist mit Ihrer neuen Stelle?

Ich fange erst nach den Herbstferien an - Vertretung für Erziehungsurlaub.

Dann brauchen Sie eine Wohnung in der Nähe der Schule.

Ich kann das nicht..... wimmerte sie.

Henry war froh, das er sie zu einer Reaktion bewegt hatte.
Nun bot er ihr seine Hilfe an:
Ich verstehe sie, bis zu Ihrem Arbeitsantritt ist genug Zeit, etwas zu finden.

Sie könnten vorübergehend in meinem Gästezimmer wohnen und sich in aller
Ruhe etwas geeignetes suchen, wenn Sie einverstanden sind.

Wenn er ehrlich zu sich selbst war, hasste er es, allein zu wohnen.
Bei seiner vielen Arbeit hatte er verpasst, sich einen Mitbewohner zu suchen.

Er überredete Nina dazu, sich umzuziehen, damit er ihr sein Haus zeigen konnte.
Das lag direkt nebenan, war aber weitaus besser gesichert, als seine Praxis.
Auch gegen Vampire.

Nina war überrascht und ließ sich ihr Zimmer zeigen.
Henry ließ sie allein, damit sie sich eingewöhnen konnte.

Sein Kamin mußte dringnd gesäubert werden und wenn Nina ihn brauchte, würde sie ihn finden.
Krach genug veranstaltete er mit dem Kaminbesteck, sie konnte ihn nicht verfehlen.

Er zündete die Holzscheite an und starrte nachdenklich in die größer werdenden Flammen.
Diese Frau hatte etwas in ihm berührt.
Er wollte ihr unbedingt helfen, obwohl das nicht sein Fachgebiet war.
Aber andererseits, welcher "Seelenklempner" konnte schon Erfahrungen mit Vampiren vorweisen?
Unbemerkt war Nina hereingekommen. Sie wollte nicht alleine sein.

 



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