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 XXVI.

Katta wachte auf, sie sah auf ihren Wecker.
Halb fünf.
An weiterschlafen war nicht zu denken.
Sie war putzmunter und sah an sich herunter.
Sie hatte die Sachen von gestern noch an.
Eigentlich konnte sie genausogut jetzt den verstopften Geschirrspüler reinigen.
Die Gäste waren weg und Raik warscheinlich auch.
Ob er wieder außer Haus übernachtete?
Sie hoffte es. Noch so eine Konfrontation mit ihm brauchte sie nicht.
Leise schlich sie an Amelias Zimmer vorbei ins Treppenhaus.
Unterwegs nahm sie den Schlüssel für den Club. Raik verließ ihn immer durch sein Büro.
Als sie aufschließen wollte, stellte sie fest, das nicht abgesperrt war.
Misstrauisch betrat sie das Büro und von dort aus die Clubräume.

Sie wollte lieber nachsehen, ob die Eingangstür ordnungsgemäß verschlossen war.
Leise bog sie um die Ecke und erstarrte vor Schreck.

Ein eisiger Schauer lief ihr über den Rücken.

Raik lag vor der Tür, die Augen weit aufgerissen.

hilf .........mir...........stöhnte er.
Obwohl sie Angst vor ihm hatte, trat sie zögernd näher.

Was ist mit Dir? Soll ich Henry anrufen?

zu spät....... zieh .........mich................ ins Büro...............bitte...
flehte er mit ungewohnt schwacher Stimme.
Misstrauisch ergriff sie seine eiskalten Handgelenke und schleifte ihn Millimeter für
Millimeter wie einen nassen Sack in Richtung Büro.
Er war noch schwerer als Niko.
Sie keuchte vor Anstrengung.
Endlich hatte sie es geschafft. Nur noch seine Beine ragten in den Clubraum.
Da ging langsam die Sonne auf.

AHHHH! Raik schrie auf.
Als Katta auf seine Beine sah, wollte sie zuerst nicht glauben, was sie sah:
von ihnen stieg Rauch auf!

zieh!

Katta zog mit aller Kraft, die sie noch hatte.

Tür ..... zu......

Der Rauch verzog sich, als sie die Tür zustieß.
Keuchend ließ sie sich neben Raik auf den Boden fallen.

Was war das? Erklär es mir, sonst öffne ich die Tür wieder!

nein...... bitte...... nicht.......
........verbrenne sonst.......steiß er mühsam hervor.

Sie ließ ihn wieder zu Atem kommen.
Was bist Du? Ihre Stimme zitterte vor Erschöpfung.
Eigentlich wollte sie seine Antwort garnicht hören.

...........Vampir.........kam es schwach von ihm zurück.

NEIN! stieß sie aus.
Weiß Amelia davon?

....ja....kam es schwach zurück.

Brauchst Du etwa Blut?

nützt nichts mehr.....sie...........haben mich .............vergiftet

Warst Du darum so zu mir?

.......wollte Euch.............. schützen
Seine Stimme wurde immer schwächer.

Katta schossen die Gedanken in sekundenschnelle durch den Kopf.
Sie fasste einen Entschluß, darüber nachdenken würde sie später.
Falls sie das überlebte.

Trink von mir, ich werde das aushalten.

nein.......... zu ..... spät..... Raik fühlte, wie langsam das Leben aus ihm wich.

Katta ging zum Schreibtisch.
Sie nahm den Brieföffner.

Ist es am Handgelenk ok?

.......will ..........nicht........

Sie ritzte die Haut am linken Handgelenk auf, ohne hinzusehen oder nachzudenken.
Schnell hielt sie es an Raiks Mund.

Jetzt versuch es wenigstens!
Tu es für Amelia! TRINK!
schrie sie ihn an.

Als die ersten Tropfen seine Lippen benetzten,
fuhr seine Zunge automatisch darüber und er schluckte endlich.

Weiter!
Sie presste ihr Gelenk auf seinen Mund.
Er schluckte nicht aus gehorsam.
Sein Überlebenswille hatte die Kontrolle übernommen.

Seine Züge wurden kräftiger.
Katta sah nicht hin. Trotzdem wurde ihr ganz flau im Magen.
Sie mußte sich abstützen.

Da drehte Raik seinen Kopf zur Seite:
genug!.........hol Dir etwas zu Trinken, sonst kippst du um.

Wow, so schnell wirkt Blut bei Dir? japste Katta erstaunt.

Du hast sehr reines Blut, darum.
Aber aufstehen kann ich immer noch nicht.............

Wenigstens lebst Du. Ich weiß nicht, wie Amelia das verkraften würde, wenn Dir etwas zustieße.
Wie lange weiß sie es schon?

Etwas über fünfundfünfzig Jahre.....bevor Du fragst:
sie und Henry sind die einzigen lebenden Menschen außer Dir, die davon wissen.

Du meine Güte.
Katta dachte laut nach:
Wer hat Dich vergiftet? Das hast Du doch vorhin gesagt?

Können wir morgen weiterreden? Ich schlafe gleich ein.

Soll ich Dich hochbringen? Hier kannst Du nicht liegenbleiben.

Doch, schließ mich einfach ein und sag Amelia, sie soll sich keine Sorgen machen.
Henry soll mir nachher Blut abnehmen und es untersuchen. Laß ihn einfach rein.
Du gehst heute besser nicht zur Schule. Iß, trink und schlaf so viel Du kannst.
Ihm fielen die Augen zu.

Katta schloss ihn ein und tastete sich nach oben. Ihr war schwindelig.
Nun begriff sie auch, warum Raiks Büro keine Fenster hatte.
Sie folgte Raiks Rat und frühstückte.
Ihr war immer noch schwindelig durch den Blutverlust
oder lag es an dem, was sie erfahren hatte?
Nun verstand sie Amis Bücherauswahl.
Einiges von den Vampirgeschichten schien zu stimmen, wie zum Beispiel die Sache mit dem Tageslicht.
Sie schrieb einen Zettel für Amelia und klebte ihn an den Kühlschrank.

Dann legte sie sich erschöpft auf das Sofa und schlief augenblicklich ein.

 

 



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