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XXV.
Maja träumt........

Tritt näher, mein Kind!
lockte die weibliche Stimme mit fremdländischem Akzent.

Schüchtern schob sie sich in das bunte Zelt der Handleserin.
Kleine Glöckchen klingelten, als sie durch die Öffnung glitt.

Der Geruch von Weihrauch und Sandelholz schlug ihr entgegen.
Innen waren die Zeltwände mit einem rot bedruckten orientalischen Stoff bespannt.

Die Frau saß ruhig hinter einem kleinen Tisch, auf dem eine rote Kerze flackerte.
Sie deutete mit einem leichten Nicken an,

das Maja davor auf einem Schemel Platz nehmen sollte.

Flüchtig sah Maja sich beim Hinsetzen um.
Okulte Gerätschaften, eine Kristallkugel, ein Käfig mit einer Fledermaus?

Sie hatte ein mulmiges Gefühl, hoffte aber, das die Wahrsagerin ihre Träume deuten konnte.

Sag nichts, Liebes. Gib mir nur Deine Hände und sieh in die Flamme.
Wie gebannt starrte Maja in das Zentrum.

Die Farben verschwammen ihr vor Augen. Ihr wurde ganz komisch.
Die Geräusche um sie herum wurden leiser, als hätte sie Watte in den Ohren.

Ein leises Summen schwoll in ihrem Kopf an.

Angestrengt kniff sie ihre Augen zu, um die verwirrenden Gefühle, die auf sie einstürmten, zu vertreiben.
Sie wollte unbedingt wach bleiben..............

Wehr Dich nicht dagegen. flüsterte die dunkelhaarige Frau und drückte leicht ihre Hände und ließ sie dann los.
Maja konnte dem hypnotischen Klang ihrer Stimme nicht länger widerstehen.

Fühle Deine Zukunft, fühl was ich fühle.

Ein warmes Kribbeln zog von ihren Händen die Arme hoch und floss von ihren Schultern über ihren Rumpf herunter.

Dann sah sie Bilder vor ihrem inneren Auge. Von sich, einem größeren Mädchen mit braunem Haar und einigen verschwommenen Gestalten.
Ein eisiger Hauch breitete sich in ihrem Nacken aus. Einige der Gestalten bedrohten sie.
Maja keuchte vor Angst auf.

Bleib ruhig, das sind nur Bilder. Ich kann sie auch sehen.
Du bist in Sicherheit.
Es kann so kommen, muß es aber nicht.

Merke Dir nur eins: trage ab heute immer Eisenhut und Salz bei Dir.
Es wird Dich und die Deinen schützen!
Und vertraue dem Mädchen!

Aber ich kenne das Mädchen garnicht....
wollte sie einwenden.

Bald wirst Du ihr begegnen, achte gut auf sie und vertiefe Deine besondere Gabe!
In einigen Jahren werden wir uns wiederbegegnen, bis dahin wirst Du mich vergessen.

Die Seherin hatte ihre Gedanken gelesen und sie durch ihre Aussage nicht gerade beruhigt.
Nun erwache und geh nach Hause, Kind.

Maja fuhr erschrocken aus der Trance.
Der Traum war zu Ende.
Alle Erinnerungen waren plötzlich wieder da.
Das Mädchen aus ihrem Traum war ihre beste Freundin Katta. Der Jahrmarkt würde bald wieder in der Stadt sein und seine Buden und Zelte aufbauen.
Diesesmal würde sie Katta mit zu der Wahrsagerin nehmen.


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