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XX.
Katta hatte unfreiwillig alles mitangehört. Hoffentlich hatte niemand bemerkt,
das sie über Nacht nicht zu Hause gewesen war.
Eigentlich wollte sie unbemerkt in ihr Zimmer schleichen. Aber so konnte sie Amelia nicht zurücklassen.
Sie und lotste sie mit in ihren privaten Salon.

Ja, mein Schatz?

Was war denn eben mit Raik los? So agressiv habe ich ihn noch nie erlebt.

Ich auch nicht, Katta, ich auch nicht.

seufzte Amelia schwer.

Irgendetwas belastet ihn und er will nicht mit mir darüber sprechen.

Ungäubig sah Katta ihre Großmutter an:
Hat er das denn sonst immer getan?

Ja, wir haben immer über alles geredet.
Ami, kann es sein, das eine Frau dahinter steckt?

Eine Frau? Wie kommst Du darauf?
Keine Ahnung, das ist nur so eine Idee.
Darf ich heute abend für eine Stunde in den Club? Wir sind in der Küche noch nicht fertig geworden.

Dann geh doch gleich, Raik will nicht, das Du Dich dort herumtreibst, wenn Gäste da sind.
Einige sind alles andere als harmlos!
Ich weiß, aber ich muß noch einen Besuch machen.
Dann sei vor Einbruch der Dunkelheit fertig!
Und grüß Maja von mir.

Mach ich Ami, bis nachher!
Katta hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie Amelia nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte.
Sie wollte sich den Besuch nicht verbieten lassen.
Es ging ihr darum, zu sehen, ob es dem jungen Mann wieder besser ging.
Er wohnte nicht weit von hier hinter der Polizeiwache.

Unterwegs war er vor Schwäche zusammengebrochen. Sie konnte nur hilflos warten,
bis sie ihn wieder auf die Beine und zu ihm nach Hause brachte.
Sie hatte ihn in seine Wohnung auf sein Sofa bugsiert und Henry angerufen.
Der war schnell vorbeigekommen und hatte nach gründlicher Untersuchung festgestellt,
das dem Mann einiges an Blut fehlte.
Das erklärte auch seine Ohnmacht.

Henry bat Katta eindringlich, dem Mann nichts von seinem Besuch zu erzählen.
Sie sollte ihn nur als Arzt empfehlen oder ihn zu ihm bringen.
Dann könnte er sich weiter um ihn kümmern. Das wichtigste aber war, das Amelia auf gar keinen
Fall von dem Überfall erfahren durfte. Er fürchtete um die gesundheit seiner Tante.
Katta stimmte besorgt zu: Einverstanden, aber da ist noch mehr, sag es mir, denn das sieht nicht nach einem willkürlichen Raubüberfall aus.

Kluges Mädchen! Leider weiß ich noch nicht genau, wie es mit meiner anderen Patientin zusammenhängt. Ich werde Dir morgen alles sagen, komm zu mir in die Praxis. Ich muß jetzt dringend zu ihr zurück.
Henry tätschelte Kattas Schulter und verabschiedete sich:
Bleib nicht mehr so lange, kümmer Dich darum, das jemand nach ihm sieht
und ruf kurz durch, das Du angekommen bist.
Das gestrige Geschehen ging ihr auf dem Weg nicht aus dem Kopf und sie beschleunigte ihre Schritte.

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