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XI.

Wochen später

Katta blühte auf.
Seit sie bei Amelia lebte, hatte sie einen Wachstumsschub gehabt.
Es war wieder Montag. Katta kam aus dem Club.
Es hatte schlimm ausgesehen.
Überall hatte der Boden von den verschütteten Drinks geklebt und
mußte drei Mal gründlich gewischt werden.
Die Putzfrau war dankbar für ihre Unterstützung.
Ohne sie wäre sie in zwei Stunden noch nicht fertig gewesen.

Amelia? Ich wollte Dich etwas fragen.
Katta hatte Amelia im Lesezimmer gefunden, sie
suchte nach einem bestimmten Buch aus dem Regal.

Ja, mein Kind? lächelte die Großmutter sie an.

Fährt Raik wieder bis morgen Abend weg? (Verflixt, wo habe ich das Buch gesehen?)

So wie jede Woche. bestätigte diese.

Dürfte ich dann ausnahmsweise meine Freundin Maja zum Lernen mitbringen?
Bei ihr zu Hause ist es mit ihren kleinen Geschwistern zu laut
und sie würde um 18.00 Uhr wieder gehen.

Aber sicher, ich werde euch Kakao kochen. Ich finde es sehr rücksichtsvoll von Dir,
das Du Dich hier mit ihr triffst, wenn Raik nicht da ist.

Danke Ami, aber wundere Dich nicht, sie trägt nur schwarze Klamotten.
grinste Katta verlegen.

So lange sie nett ist, stört mich das nicht. Bringst Du sie zum Essen mit?

Wenn ich darf, gerne. Ich müßte sie nur noch anrufen.

Dann mach das.

Sag mal, was macht Raik jedes Wochenende, wenn ich das wissen darf?

Er jagt. Er hat ein paar Hektar Wald mit einer Hütte. Amelia beschrieb kurz die gemütliche Hütte.

Das Raik sie dort ganz in der Nähe gefunden hatte, verschwieg sie Katta.

Oh, was jagt er?

Hauptsächlich Hirsche, aber auch Wildschweine.
Es kommt darauf an, den Bestand im Gleichgewicht zu halten.

Was macht er mit dem ganzen Fleisch? Er bringt nie etwas mit.
wunderte Katta sich.

Das verkauft er an ein Lokal. Möchtest Du mal etwas probieren?
Wir können hinfahren und dort Essen gehen.

Irgendwann möchte ich das mal machen( das ist bestimmt teuer.....)
Oder kann er uns ein Stück Fleisch mitbringen?

Ich frage ihn. schmunzelte Amelia. Sie wußte genau, was in Katta vorging.
Sie hatte sich eine Belohnung verdient.
Sie war gut in der Schule, half ungefragt im Haushalt, hielt sich an die Regeln
und putzte regelmäßig im Club.
So einfach hatte Amelia sich das Leben mit Katta nicht vorgestellt.
Sie war einfach ein kleiner Schatz.

Eins machte Amelia Sorgen: für einen Teenager war sie viel zu ernst.
Sie hatte noch nie erlebt, das Katta richtig aus sich herauskam und laut lachte.
Wenn, dann lächelte sie hinter vorgehaltenenr Hand und sah sich verstohlen nach allen Seiten um,
als erwarte sie, das jemand auf sie einschlug.

Amelia erhob sich, um die nächste Mahlzeit vorzubereiten.

Sie wünschte Katta so sehr, das sie ihre Angst verlor und unbeschwert ihr Leben genießen konnte.
Bis jetzt erinnerte sie sich immer noch nicht.........

Henry hatte Katta angeboten, sich hypnotisieren zu lassen.
Sie hatte dankend abgelehnt.
Auch nachdem Amelia ihr versichert hatte,
sie nicht wieder in ihr altes Leben zurückzuschicken.
Katta hatte nur mit gesenkter Haltung mit dem Kopf geschüttelt.
Sie war noch nicht bereit, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Noch nicht.......
Sie ahnte, das es zu schrecklich war.

 



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