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LXXV.

Niko war genervt.

Eine äußerst penetrante alte Dame terrorisierte sein neues Revier mit Beschwerden über streunende Hunde und deren Hinterlassenschaften im öffentlichen Stadtpark.

Da Niko der Neue war, hatten seine Kollegen ihm den "wichtigen " Fall schadenfroh zugeschustert.

Bemüht aufmerksam lauschte er der Schimpftriade dieser Gewitterziege. Den Ausdruck hatte er bei einem Kollegen im Zusammenhang mit der Dame gehört.
Er passte genau.

..................abschießen oder einfangen und entsorgen sollte man diese räudigen Köter!!!.........

waren noch harmlosere Forderungen dieser lebensunfrohen Person.
Ihre Ansichten über Hunde waren ihm unerträglich. Um nicht verbal zu entgleisen, schaltete er auf durchzug.
Irgendwann musste ihr der Sauerstoff ausgehen......

Erinnerungen an seinen besten Freund aus Kindertagen kamen hoch.
Sammy, sein alter gutmütiger Basset.
DA! DA! Sehen Sie? kreischte ihn die Frau in schrillsten Tönen aus seinen Gedanken und fuchtelte wild mit ihrer Handtasche vor seinem Gesicht herum.

DA ist schon wieder so ein Mistvieh! Niko blickte in die angezeigte Richtung.
......diese Viecher tauchen überall in der Stadt auf...... ich habe schon drei gleichzeitig gesehen! die kreischende Stimme überschlug sich fast.

Ich mache sie persönlich dafür verantwortlich........

Seine Aufmerksamkeit war geweckt. Hätte er es nicht besser gewußt, hätte er geglaubt, einen Wolf vor sich zu haben.

....Stellen Sie sich diese ungeheuerliche Verschmutzung und die Geruchsbelästigung vor........

Sie haben absolut recht, gnädige Frau. Bitte entschuldigen Sie mich. Ich werde der Sache sofort auf den Grund gehen um dises Ärgerniss zu beseitigen.
unterbrach Niko die erbost vor sich hinschimpfende Frau und ging langsam auf das Tier zu.
Nebenbei kramte er in seiner Hosentasche nach Leckerlis. Er hatte immer welche dabei - man konnte ja nie wissen.
Hey Du. sprach er beruhigend auf den großen Hund ein, während er sich in aller Ruhe näherte.
Du bist ja ein Prachtbursche........
Die Ohren des Hundes zuckten und richteten sich aufmerksam auf Niko.
.......ich habe hier was für Dich.......
der Duft des Hundefutters war längst bei der Nase des Vierbeiners angekommen und sicherte Niko die volle Aufmerksamkeit.
Er war stehengeblieben und hielt dem Tier seinen Bestechungsversuch auf flacher Hand einladend entgegen.
Noch zögerte der Hund, aber Niko sah, das er schluckte, bevor es aus seinem Maul tropfte.

Komm, ich tu Dir nichts.
Misstrauisch kam das Tier näher.
Es trug kein Halsband, wie Niko bedauernd feststellte.

Mit einem Mal spürte Niko einen Schmerz in seiner Hand.

Der Hund hatte hektisch nach dem Leckerli geschnappt und ihm dabei in die Hand gebissen.

Niko unterdrückte einen Fluch und ließ langsam die Hand sinken.
Der Hund war kauend und ein wenig sabbernd einige Schritte zurückgewichen, als wartete er auf eine Bestrafung.
Schon gut. murmelte Niko und wischte seine Hand an der Hose ab.
Ich weiß, das das keine Absicht war.

Mit eingeklemmtem Scwhanz und schiefgelegtem Kopf kam er wieder näher.

Dann leckte er kurz wie entschuldigend über Nikos verletzte Hand , knurrte

und

verschwand zwischen den Büschen.

Niko rief auf seiner Dienststelle an, meldete sich für heute vom Dienst ab

und

bestellte sich einen Kaffee, morgen würde er um dieselbe Zeit wieder mit einem Vorrat Leckerlis hiersein.

Gut versteckt saß er hinter einer Säule, als jemand mit verbissener Miene nach ihm Ausschau hielt.


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