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LXXI.

Fürsorglich hatte Richard die ohnmächtige Amelia auf das Sofa gelegt und auf ihr Erwachen gewartet.
Ihr Duft zog ihn nach all den Jahren immer noch an. Da sie nicht in der Lage war, ihn abzuweisen, bettete er ihren Kopf an seine Schulter.
Langsam kam sie wieder zu sich. Verwirrt stellte sie fest, das sie an Richard lehnte, bedauernd rückte er etwas von ihr ab.

Wie fühlst du Dich? wollte er immer noch besorgt wissen.
Merkwürdig und wackelig. kam leise die Antwort.
Kannst Du mir ein Taxi rufen?
Nein, so lasse ich Dich nicht gehen.
Und überhaupt wirst Du mich nie wieder los.......

Dann erzähle weiter, seufzte Amelia
damit wir es hinter uns haben. Ich will das verstehen.
Bist Du Dir sicher, das Du das verkraftest?
Nein, aber die Ungewissheit ist viel schlimmer.

Eines Abends nach der Arbeit erwartetest Du mich auf der Veranda und hast mich zu Dir auf die Bank gezogen.
Ich muss Dir was sagen......

So, wie Du strahlst, ist es etwas schönes.

Ich bin schwanger! fielst Du mir um den Hals.

Ich fiel aus allen Wolken und habe Dich an mich gedrückt.

Das ist wunderbar, Amelia!

Gut, das Du mein Gesicht nicht gesehen hast.

Noch in dieser Nacht begann ich zu recherchieren. Das hatte ich noch nie gehört.
Ich hatte solche Angst um Dich! Wie solltest Du das überleben? Das Kind, wenn es denn überhaupt lebensfähig war, würde Blut brauchen.
Und die Wahrheit über mich und unser Kind würde dich um den verstand bringen, dachte ich.
Ich befragte alle älteren mir bekannten Vampire und durchforstete sämtliche Bibliotheken.
Ich fand nur eine unvollständige mittelalterliche Schrift, die an der entscheidenden Stelle zerrissen war.
Unser Kind wuchs in Dir heran und mir lief die Zeit davon.

Also suchte ich mir eine gute Hebamme und bereitete sie mit Hilfe von Hypnose auf ihre künftige Aufgabe vor.
Den Rest kenne ich. Nachdem die Wehen eingesetzt hatten, brachtest Du die Hebamme zu mir.
Ich bekam unsere Tochter, die Hebamme nahm sie zum Waschen mit sich und ich schlief erschöpft ein.
Stunden später gestand sie mir unter Tränen, das die Atmung unserer Tochter einfach aufgehört hatte und der Bestatter sie mit sich genommen hatte.
Ich konnte mich nicht einmal von ihr verabschieden und Du kamst nicht zu mir. Nach einigen Tagen erhielt ich die Nachricht von Deinem Unfalltod.

Warum hast Du mir das angetan Richard? schluchzte sie vorwurfsvoll.

Warum hast Du mich verlassen, als ich Dich so dringend brauchte?

Sie spürte erneut die Leere ihres Körpers.

Den Blick auf das leere Bett ihres Kindes.

Du wirst Deine Antworten bekommen.
Ich ließ Dich nicht ohne Schutz zurück, aber ich selbst war nicht dazu in der Lage, bei Dir zu sein.
Auch hörte ich davon, das Dein Vater kurz darauf verstarb. In dieser schweren Zeit hätte ich Dir so gerne beigestanden.

Warum hast Du es dann nicht getan? schrie Amelia ihn fast an.
Ich konnte nicht. Ich war zu schwach. Unsere Tochter brauchte jede Stunde Blut von mir und ich musste die Hebamme unter Dauerhypnose halten.

Was? Amelia verstand noch nicht genau, was das von Richard gesagte für sie bedeutete.
Unsere Tochter Anna lebt, mein Liebes. Du hast sie schon kennen gelernt.
Die Anna ........... ist........ unsere Tochter?
stammelte Amelia fassungslos.

Sie lebt............
Ja. Es war ein jahrelanger, harter Kampf, sie am Leben zu erhalten.

Und bevor Du fragst, warum ich Dich von ihr ferngehalten habe:

Sie hätte Dich, ohne zu zögern oder es zu wollen, getötet.

Weiß sie wer ich bin?
Amelias Frage kam leise und zaghaft.

Noch nicht. Ich wollte es Dir zu erst sagen. Dank Raiks Blut ist sie jetzt auch keine Gefahr mehr für Dich.

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