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LXVII.

Anna suchte Raik. Den ganzen Abend war sie ihm aus dem Weg gegangen.
Lange hatte sie sich mit Amelia unterhalten, die war nun müde und begab sich zur Ruhe.

Er brütete abwesend im Wohnzimmer vor sich hin.
Er spührte Kattas Angst. Sie war nicht so stark, wie in der Nacht, als er sie im Wald gefunden hatte.
Dann ließ das Gefühl nach. Wärme und Trost machten sich in ihr breit.
Zu gerne hätte er ihr das gegeben, aber Niko war bei ihr und kümmerte sich.

Bald würde er sie sehen und sich davon überzeugen, das es ihr gut ginge..........

Still hatte Anna sich neben ihn gesetzt. Er bemerkte es nicht einmal.
Also wartete sie.

Denkst Du immer zuerst an andere? Du bist viel zu nett. drang eine leise stimme an sein Ohr.

Ich bin nicht NETT! brauste er auf.
Seit wann bist Du hier?

Lange genug. Du bist einsam. Streite es nicht ab. Ich kenne Deine Gefühle.

Du bist blass und brauchst Blut. versuchte er abzulenken.
Bedien Dich......

Dieses Mal war sie behutsamer und hörte von alleine rechtzeitig auf.

Danke.

Ich gehe schlafen. brummte Raik unfreundlich.
Ihm war nicht nach Konversation. Schon gar nicht über seine Situation.

Anna antwortete erst gar nicht. Seine miese Laune war ihm anzusehen, dazu musste man kein Gedankenleser sein.
Raik zog grummeld ab und Anna verschwand im Bad. An ihren "Tischmanieren" musste sie noch arbeiten.
Sie hatte schon wieder gekleckert..........

Raik war sauer, das es ihm nicht gelang, seine schlechte Laune besser vor Anna zu verbergen.
Fast tat es ihm Leid, das er so grob zu ihr gewesen war. Aber5 es war besser, das sie sich nicht zu sehr an ihn gewöhnte.
Bald würde sie sein Blut nicht mehr brauchen und ihr eigenes Leben beginnen.

Soll ich sofort verschwinden?

Verdammt, wie schaffte sie es bloß, sich so anzuschleichen?
Raik zuckte bei der traurigen Frage zusammen.
Nein! versuch, Dich abzulenken, damit Du nicht darunter leidest.
Ich komme nicht dagegen an.

Wenn Entfernung nichts an der Intensität ändert, lese ich den „Ludlum“ weiter.
Und hör auf ein schlechtes Gewissen deswegen zu haben. Ich wusste, auf was ich mich einlasse.

Aber nicht, auf wen. .........einen depressiven, einsamen Blutegel...........

Anna griff sich den Roman vom Nachttisch und versuchte, sich auf die Handlung zu konzentrieren.

Oh Gott, ist der immer so gut drauf? Gegen ihn war ihr Vater ein Komiker.......

Nach wenigen Minuten hatte sie es geschafft, das Gefühlschaos des Vampirs neben sich in den Hintergrund zu drängen.

Gegen Morgen schlief Raik endlich.
Erleichtert zog Anna sich um.........

und schlüpfte neben ihn unter die Decke.

Auch im Schlaf spürte sie seine Einsamkeit.

Das machte sie traurig.

 



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