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LXI:

 Langsam kam eine blasse zarte Frau herein. Sie schlich mit schwachen Schritten auf direktem Weg zu einem freien Sofa.

Sichtlich erschöpft sank sie darauf nieder.

Das ist meine Tochter Anna, macht Euch miteinander bekannt. Ich bin nebenan.
Richard verschwand.

Hallo. begann Raik.

Auch Hallo........kam die leise Antwort. Verstohlen betrachteten sie sich gegenseitig.

Ich bin gerade etwas überfordert....... druckste Raik verlegen herum.

Mühsam hatte sie sich erhoben und setzte sich zu ihm.

Und mir ist die Bitte meines Vaters peinlich. gestand Anna verlegen ausatmend.
Hast Du ein Problem damit, mir Dein Blut zu geben?

Äh, nein! Für Richard würde ich fast alles tun. Er ist mein bester Freund. Nur habe ich noch nie jemanden freiwillig von mir trinken lassen.

WAS? Ich soll direkt von Dir?......
Ich dachte, das wird mit Nadeln und Schläuchen erledigt...... Oh, das habe ich nicht gewußt.
Ich habe noch nie jemanden gebissen.

Dann ist es für uns beide eine Premiere, wenn es Dich tröstet. Du weißt aber um die Konsequenzen?

Du meinst, das ich dann weiß, was Du fühlst? Ja, mein Vater war sehr gründlich in meiner Unterweisung......
Es wird dann für immer sein?
in ihrer Stimme klangen Zweifel mit.

Ja, für immer, solange wir leben. Darum überlege es Dir gut. Ich bin das Risiko zweimal bei Menschen eingegangen, die sich mir freiwillig anboten. Es ist nicht leicht.......

Ich spüre sie immer. Manche unserer Art verfallen dem Wahnsinn, weil sie nicht mit der Flut der Gefühle klarkommen.
Darum bringen die meisten ihre Blutspender um.

oh........ wenn man das aber nicht vor hat, muß man da durch.

Ja, nicht einmal die größtmögliche Entfernung schwächt das Ganze ab.

Da ich vorhabe endlich zu leben, werde ich damit fertig werden müssen.

Stell es Dir nicht zu leicht vor. Du kennst mich nicht. Überleg es Dir gut.........

Überlegen? lachte sie fast hysterisch.
Da gibt es nichts zu überlegen für mich.
Wenn Du einverstanden bist, möchte ich es sofort versuchen. Egal ob ich es überstehe oder nicht.

Raik sah die nackte Verzweiflung in ihren Augen.

Gut, dann komm, bringen wir es hinter uns.

Hast Du keine Angst, das ich Dir wehtue? Ich habe schließlich noch nie......

Vorausgesetzt, Du trinkst mich nicht leer, werde ich es wohl überleben. grinste er sie an.

Raik zog sie näher an sich. Er wollte es lieber schnell hinter sich bringen.
So ganz wohl war ihm bei dem Gedanken nämlich immer noch nicht.
Er wußte schließlich, was auf Anna zukam. In jedem wachen Moment konnte er genau spüren,
was Amelia und Katta fühlten und dachten.
Amelias Gefühle waren nicht mehr so stark im Vordergrund. Ihre Trauer um ihren Verlobten
und ihr Kind hatten sich im Laufe der Jahrzehnte in wehmütige Erinnerungen gewandelt.
Dafür drängten Kattas Emotionen in den Vordergrund. Die Ängste und Zweifel, die ständig an ihr nagten......
ihre kurzfristige Erleichterung, Illja und Mirko geholfen zu haben, die Sorge um Maja und Niko.

Zögernd krabbelte Anna auf Raiks Schoß.
Außer bei ihrem Vater, hatte sie noch nie so engen Kontakt zu einem Mann.

Raik lächelte sie beruhigend an, obwohl er sich alles andere als ruhig fühlte.

Ich glaube, ich kann Dich nicht beißen.... hauchte sie verwirrt.

Doch Du kannst, schließ die Augen.
Dann tat er etwas völlig unerwartetes für Anna.
Er küßte sie. Zuerst ganz sanft.
Doch dann wurde er fordernder.
Anna erzitterte vor Verlangen.

Und jetzt beiß mich! unterbrach Raik den ersten Kuß ihres Lebens.

Annas Gefühle fuhren mit ihr Achterbahn. Sie konnte nicht mehr klar denken.
Sie verspürte einen Hunger, den sie sofort stillen mußte..........
.............und biss zu.

Warm schoß die rote Köstlichkeit in ihren Mund. Gierig schluckte sie.

 

 



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