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LII.

Katta flitzte leise die Treppen hoch. Ganz oben unter dem Dach der Fabrikhalle hatten sie noch nicht nachsehen können.
Zwei Räume waren leer.
Aber der dritte nicht.
Als sie die oberen Stufen erreicht hatte und einen Blick hinein werfen konnte, saß dort ein kräftiger Mann in sich zusammengesunken am Boden.

Bist Du Illjas Bruder? flüsterte sie.

Ein Ruck ging durch den Mann.
Misstrauisch drehte er seinen Kopf in ihre Richtung.

Katta erstarrte einen Moment vor Schreck.
Seine Augen....... ein blinder Vampir, das hatte sie nicht erwartet.

Wer bist du? zischte er unfreundlich.

Eine Freundin von Illja. Wir haben nach Dir gesucht.

Du meinst wohl eher, seine nächste Mahlzeit - du bist ein Mensch. Sein Gesicht verzog sich verächtlich.

Erklärungen gibt es später! Wir müssen hier weg!

Das hat keinen Zweck......mutlos sank er wieder in sich zusammen.
ich kenne mich hier nicht aus und falls du es noch nicht bemerkt hast: ich bin blind!

Ich aber nicht! Hör auf, Dich hängen zu lassen und steh auf!
Katta hatte sich zu ihm gehockt und redete energisch auf ihn ein.
Nimm meine Hand und ich bringe Dich hier raus!

Langsam wurde er wütend. Schneller als Katta hinsehen konnte war er aufgesprungen.

Du willst Dich freiwillig in meine Gewalt begeben? Wie dumm bist Du?

Wenn Du hier raus willst, hör auf zu diskutieren! blaffte sie ihn an.
Dafür ist später noch Zeit!

Gut, nun setz noch einen drauf und er saugt Dich gleich aus.......
Aber es funktionierte, er kam in Bewegung.

Wenn Du willst, kannst Du auch gerne auf die nächste Runde Folter warten. sagte sie scheinbar kalt.
Ihr waren seine geschundenen Handgelenke aufgefallen und ein Stich durchfuhr sie.

Unwillkürlich verschränkte er die Arme, um seine Folterspuren zu verbergen.

Freundlicher sprach sie weiter:
Komm jetzt endlich, Dein Bruder und meine Freundin lenken die Frau ab.

Zögernd reichte er ihr seine Hand.
Falls das nicht klappt, bist Du meine nächste Mahlzeit.....

Ja ja, vertrau mir und komm zur Treppe. Uns läuft die Zeit davon.......
Katta zog den störrischen Vampir hinter sich her und beschrieb flüsternd den Weg, der vor ihnen lag.
Irgendwie schafften es die beiden ohne Zwischenfälle hinunter an Lillianes Labor vorbei nach draußen.

Sie versteckten sich hinter alten Fässern und Katta schickte Maja eine SMS:

Geschafft, wir sind draußen!

Und jetzt? flüsterte Mirko ungläubig.

Ich rufe uns ein Taxi, wir müssen hier weg. Wohin, kläre ich unterwegs ab.

Und mein Bruder und Deine Freundin?

Die wissen, das wir da raus sind und können sich jetzt auch verdrücken.

Das Taxi kam schnell und Katta rief bei Raik an.
Als habe er ihren Anruf erwartet, ging er beim ersten Klingeln an den Apparat.
Sie bekam die Adresse von Richard und Raik würde diesen informieren, das er den jungen Vampir aufnehmen solle.
Außerdem verlangte er, das Katta nicht mit Mirko ausstieg.

 



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