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VII.

Heute würde erfahrungsgemäß wenig los sein.
Zum ersten näherte sich der Monat seinem Ende und
die Leute hatten kaum noch Geld.

 

 

Zum anderen war Dienstags nie viel los.
Nur einige unermüdliche Stammkunden,
die alleinstehend waren oder keine anderen Hobbys hatten,
schlugen im Club auf.
Darum mußte auch nur ein Teil des Personals im Wechsel zur Arbeit erscheinen.

Raik fand sogar die Zeit, nach Vermisstenmeldungen zu googeln.
Leider passte keine der Beschreibungen landesweit auf seinen Findling.
Das warf neue Probleme auf.
Wenn er keine Angehörigen fand,
würde Amelia das Mädchen zu ihrem Problem machen und
sich verpflichtet fühlen, sich um sie zu kümmern.
Und das war das letzte,
was er an Komplikationen in seinem Leben brauchen konnte.

 

Es war schon schwer genug, vor allen,
mit denen er zu tun hatte, zu verbergen, was er in den
Augen der Menschen war: ein MONSTER!
Es gab nur zwei Menschen, die die Wahrheit über ihn wußten
und das waren Amelia und ihr Neffe Henry.
Amelia vertraute er bedingungslos, bei Henry war er sich nicht sicher.
Nur so lange seine Tante lebte, würde Henry nichts unternehmen,
um ihm zu schaden, nahm er an.

Er sah auf die Uhr in seinem Büro und stellte fest, das es Zeit war,
nach dem Mädchen zu sehen und die Infusion zu wechseln.

Raik zog  frische Sachen an, die anderen stanken nach Zigarettenqualm.

Als er die Wohnung betrat, spürte er, das Amelia fest schlief.
Er nahm ihren langsameren regelmäßigen Herzschlag wahr.
Aber das Mädchen.........

........schnell näherte er sich dem Gästezimmer.
Sie war wach.

Ihre Augen weiteten sich beim Eintreten des Fremden.
Raik witterte, wie Panik aus ihren Poren strömte.

Hast Du Durst? fragte er darum nur.

Sie nickte zögernd. Ihre Angst ebbte augenblicklich ab.
Jemand, der ihr Böses wollte, würde sie bestimmt nicht fragen,
ob sie etwas trinken wollte.

Raik verschwand in die Küche, um ihr ein Glas Wasser zu holen.

Sie schaute sich neugierig um.
Noch nie zuvor war sie in einem so freundlichen, sauberen Zimmer gewesen.
Wie war sie hierhergekommen?
Sie erinnerte sich an die Dunkelheit,
bedrohlich leuchtende Augen und ihren Fluchtversuch.
Davor und danach hatte sie einen Filmriss.
Sie traute sich nicht, den großen blonden Mann,
der ihr etwas zu Trinken besorgte, danach zu fragen.

Raik kam mit einem gefüllten Glas zurück.

 

Er stellte es auf den Tisch neben ihren Bett.
Danke. krächzte sie rauh.


 
Er trat etwas zurück: Wie ist Dein Name?

Sie zuckte nur hilflos mit ihren mageren Schultern.
Raik wußte, das sie nicht log. Er würde später Henry um Rat fragen.

Kommst Du allein zurecht?
Er wies auf eine Tür.
Dort ist das Bad. Amelia kommt bald, um nach Dir zu sehen.
Laß mich kurz die Infusion abnehmen und dann schlaf weiter.

Er trat wieder an das Bett und bemerkte, wie sich ihr Körper anspannte.

Ist gut, ich bin vorsichtig........ brummte er.
und ich beiße nicht. fügte er noch leiser hinzu.

Fragend hob sie eine Braue. Ach, das sollte ein Witz sein? dachte sie.
Sie ließ ihren linken Arm entspannen.
Als er ihren Arm leicht in seine Richtung drehte, fröstelte sie.
Er hatte eiskalte Hände.

Sie fixierte einen Punkt an der gelb gemusterten Tapete und
versuchte, sich auf den Schmerz vorzubereiten.

 

Es ziepte kurz, aber das war alles.
Sie betrachtete immer noch die Blumen auf der Tapete.
Dann spürte sie einen Druck an der Stelle,
wo eben noch die Nadel in ihrem Arm gesteckt hatte.

Drück da drauf. Ich muß das Pflaster auspacken.

Sie legte ihren rechten Zeigefinger auf die Kompresse
und ihr Arm wurde angewinkelt.
Es knisterte, der Mann schob ihre Hand zur Seite und
klebte das Pflaster auf.

Fertig, Du kannst die Augen wieder aufmachen.
Kannst Du kein Blut sehen? fragte er leicht amüsiert.

Doch, nur nicht mein eigenes.
Ihre Stimme klang immer noch rauh und krächzend.

Ohne ein weiteres Wort verschwand er aus dem Zimmer.

Länger hätte er es nicht ausgehalten.
Er hatte völlig vergessen, seine Portion Hirschblut zu trinken.
Das musste er schnellstens erledigen, bevor er dieses magere Ding
oder einen von seinen Gästen ansprang und aussaugte.

Verdammt, dieses Mädchen brachte sein Leben nach nur zwei Tagen so durcheinander.
Er mußte dafür sorgen, das sie schnell wieder von hier verschwand.
Er hatte auch ohne sie genug Probleme.

 

 



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